
Hermann Schulz und Marcus Kieslich bringen in Gladenbach Plakate zur Werbung für den ADFC Fahrradklimatest an. © ADFC / Hermann Schulz
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ADFC Marburg-Biedenkopf ruft zur Teilnahme am Fahrradklimatest auf und sucht „Gemeindepaten“
Am 1. September ist die neue Runde des im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden ADFC-Fahrradklimatests gestartet. Anhand von 27 Fragen können Teilnehmende die Fahrradfreundlichkeit von Gemeinden bewerten. Ob diese Wohn-, Arbeits- oder Freizeitort sind, spielt keine Rolle: Es kann für mehrere Gemeinden abgestimmt werden. Die vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderte Erhebung ist ein wertvolles Feedback, wie die Radverkehrsbedingungen vor Ort von Nutzenden empfunden und konkret verbessert werden können. Die Abstimmung erfolgt bis zum 30.11.24 online unter: https://fahrradklima-test.adfc.de/teilnahme
Statistisch valide Erhebung ab 50 Teilnehmenden
Der Erste Vorsitzende des Kreisverbandes ADFC Marburg-Biedenkopf, Matthias Tögel, erklärt: „Um ein statistisch valides Stimmungsbild für eine Gemeinde zu erhalten, ist eine Mindestbeteiligung von 50 Personen an der Umfrage erforderlich. In der Runde vor zwei Jahren haben dies nur die Stadt Marburg und die Gemeinde Weimar (Lahn) geschafft. Wir hoffen, das Quorum in diesem Jahr mit mehr Gemeinden zu erreichen.“ Der ADFC Marburg-Biedenkopf setzt daher auf eine rege Beteiligung unter allen, die sich für die Entwicklung des Radverkehrs im Landkreis interessieren und wird bis zum Ende des Abstimmungszeitraums am 30. November mit Plakaten auf den Fahrradklimatest aufmerksam machen. Auf den Plakaten soll regelmäßig die Zahl der noch fehlenden Teilnehmenden an der Umfrage vermerkt werden. „So kann jeder mit der Gemeinde mitfiebern, ob die 50 Abstimmungen zusammenkommen. Gerne kann auch für mehrere Gemeinden am Fahrradklimatest teilgenommen werden, wenn man diese gelegentlich befährt“, so Tögel weiter.
Plakatkampagne in Zusammenarbeit mit „Gemeindepaten“
Falls sich Personen über die Teilnahme an der Erhebung hinaus für die Erreichung des Quorums in einer Gemeinde engagieren möchten, bietet der ADFC an, Plakate vorbeizubringen, diese gemeinsam aufzuhängen, zusammen regelmäßig die noch benötigten Stimmenzahl anzubringen und die Plakate nach dem Abstimmungszeitraum wieder zu entfernen. „Ebenso wichtig für uns ist es aber auch, dass diese ‚Gemeindepaten‘ uns mit ihrer lokalen Expertise bei der Interpretation der Ergebnisse helfen können, die im Frühjahr 2025 veröffentlicht werden. Nur so können wir aufbauend auf dem Fahrradklimatest konkrete Forderungen für die Verbesserung der Radverkehrsbedingungen vor Ort aufstellen“, unterstreicht Matthias Tögel die Bedeutung des lokalen Engagements. Ob ADFC-Mitglied oder nicht können sich interessierte potentielle „Gemeindepaten“ gerne unter pr@adfc-marburg.de melden.
Während des letzten Fahrradklimatests 2022 hatte etwa Marcus Kieslich, ADFC-Mitglied aus Weimar (Lahn), eine örtliche Plakataktion initiiert. Er erinnert sich: „Es war ein tolles Gefühl, als wir kurz vor Ende des Abstimmungszeitraums die nötige Mindestzahl an Teilnehmenden überschritten hatten. Und das als eine relativ einwohnerschwache Gemeinde im Landkreis.“ Die Ergebnisse wiesen für Weimar (Lahn) aus, dass die Situation bezüglich Fahrraddiebstählen gelobt (Note 2,8 - befriedigend), dafür aber fehlende Fahrradabstellanlagen und ein unzureichendes Werben der Gemeinde fürs Radfahren bemängelt wurde (4,5 und 4,9 - mangelhaft). „Im Jahr 2024 hat die Gemeinde zum Beispiel aktiver für das Stadtradeln geworben – und anstatt weniger als einem Dutzend Personen in den Vorjahren, haben dann in diesem Jahr tatsächlich mehr als 40 Personen daran teilgenommen. Hier hat das Feedback aus dem Fahrradklimatest sicher seinen Teil beigetragen, ist Kieslich überzeugt.
Unterwegs ist Marcus Kieslich währenddessen mit Hermann Schulz vom Zukunftsforum Gladenbach, um in selbiger Gemeinde für die Teilnahme am diesjährigen Fahrradklimatest zu werben. Hermann Schulz setzt sich innerhalb des Zukunftsforums in der Projektgruppe Radverkehr seit vielen Jahren für das Radfahren in Gladenbach ein. „Ich erhoffe mir, dass wir mit einer hohen Beteiligung am Fahrradklimatest die Bedeutung des Radverkehrs auch für Gladenbach unterstreichen und zugleich neue Impulse für konkrete Projekte generieren können“, so Schulz.
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